Bogenreiten : Technik, Philosophie
Bogenschießen
In verschiedenen Bodenübungen lernt der Reiterbogenschütze die Techniken, die beim Schießen vom Pferd benötigt werden:
- Rhythmus: der Schütze muss sich dem Galopp des Pferdes anpassen und in dessen Rhythmus seine Pfeile schießen
- Ruhe: auf den richtigen Moment warten lernen - nur in der Schwebephase des Galopps herrscht einen Augenblick Ruhe. Das ist der Moment zum Lösen des Pfeiles
- Loslassen: und zwar von sich selbst!
der Bogenreiter muss den Pfeil im richtigen Moment lösen - Intuitives Schießen: Schießen ohne bewusst zu zielen
Reiten
In der Pferdearbeit steht am Anfang das sattellose Reiten im Vordergrund. Am nackten Pferderücken lernt der Bogenschütze einen unabhängigen Balancesitz.
Tatsächlich macht ein Reiterbogenschütze ja mehrere verschiedene Dinge zugleich. Seine Hüfte folgt der Bewegung des Pferdes und übernimmt dessen Rhythmus; sein Oberkörper und sein Blick folgen
dem Ziel; seine Arme spannen den Bogen und lösen die Pfeile.
Mentales Gleichgewicht
Im Grunde gleicht das Bogenschießen vom Pferd einer Meditationsübung:
Das Erreichen der vollständigen Harmonie zwischen Mensch und Pferd. Erst diese Harmonie und die innere Ruhe ermöglichen es schnell zu schießen und auch zu treffen!
Aus den asiatischen Kampfkünsten kennen wir ja den Zustand der „Leere". Ein Zustand der Selbstvergessenheit. Man denkt nichts, man bewertet nichts, man „ist" einfach. Nur in diesem Augenblick zu existieren, ganz und gar „da" zu sein, das ist die ideale Geisteshaltung um seine Pfeile fliegen zu lassen.
Wenn wir beim berittenen Bogenschießen nachdenken müssen während wir schießen, wird kaum ein Schuß gelingen. Wir müssen handeln, wir leben also vom „tun" und nicht davon über das „tun" nachzudenken.
Mein Bogen kann den Pfeil in Bewegung setzen. Aber er kann dem Pfeil keine Kraft mitgeben. Dafür muss der Schütze sorgen und dem Pfeil seine Lebenskraft mit auf den Weg schicken. Das gelingt nur wenn Körper Geist und Seele im Einklang stehen.
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